Warum Skye? Ganz einfach: einzigartige Natur und „viel Wasser und Steine“ (für Landschaftsfotografen also quasi das Paradies).
Anreise: Leipzig, Frankfurt, Aberdeen
Am 26. September 2015 ging es in Leipzig los. Um 6:34 Uhr stand unser Gepäck schon am Flughafen bereit (ja, das war alles für eine Woche).
Um 8:15 Uhr startete unser Lufthansa-Flug, um 9:15 Uhr waren wir in Frankfurt.
Sooo… und dann hatten wir genau 45 Minuten zum Umsteigen. Wer Frankfurt kennt, weiß, dass das sportlich ist. Wir haben es geschafft (beim nächsten Mal auf die Lofoten hatten wir dann fast 5 Stunden, man lernt ja dazu).
Um 10:00 Uhr ging es weiter nach Aberdeen.
Von Aberdeen nach Skye
In Aberdeen holten wir unseren Mietwagen ab, einen Vauxhall Astra (bei uns heißt der Opel). Der Linksverkehr war am Anfang ungewohnt, nach einer Weile aber kein Thema mehr.
Unterwegs gab es noch einen Fotostopp an einem Aussichtspunkt hoch über Loch Carron.
Nach 230 Meilen und 5 Stunden Fahrt waren wir gegen 19 Uhr am Cottage. Vorher gab es noch einen kurzen Stopp in Portree, für den Wocheneinkauf. Eilean Donan Castle lag zwar auf dem Weg, angehalten haben wir dort aber nicht.
Unser Zuhause auf Skye
Gewohnt haben wir in einem weißen Cottage mit 3 Schlafzimmern mit dem Namen Seaview nördlich von Portree. Es war sehr zentral auf der Isle of Skye gelegen. Zum Haus kann man einfach nur sagen: top. 5 Sterne, alles da, was man braucht. Können wir nur weiterempfehlen.
Auf der Einkaufsliste für Portree stand bei mir ganz oben: Kaffee (Prioritäten muss man setzen). Weiter unten: Brot, Butter, Wurst, Käse, Getränke und alles, was man so zum Überleben braucht.
Sechs Tage, ein Plan
Für jeden Tag gab es einen Plan. Mit Uhrzeiten, Kilometern und Koordinaten (wer kennt es nicht). Der Wecker stand laut Plan meist zwischen 4:30 und 5:30 Uhr. Fast jeder Tag begann mit einem Sonnenaufgang oder endete mit einem Sonnenuntergang, oft beides.
Und das Wetter? Wir hatten uns auf Regen eingestellt. Bekommen haben wir meistens Sonne, einmal sogar bis zu 20 Grad. Dazu ein paar Wolken (am Coral Beach sogar richtig viele), und Nebel gab es nur am Quiraing-Morgen und an den Fairy Pools. Nur die Sonnencreme hatten wir vergessen ;-)
Sonntag, 27. September: Staffin Bay und der Norden
Der erste Morgen, und gleich Sonnenaufgang an der Staffin Bay. Um 7:36 Uhr stand die Kamera schon auf dem Stativ. Felsen, Meer und die Sonne knapp über dem Horizont, besser kann man eine Woche nicht anfangen.
Danach ging es weiter in den Norden von Trotternish zur Tulm Bay, unterhalb der Ruine von Duntulm Castle. Dann zur Cave of Gold und zum Schluss an den River Hinnisdal.
Montag, 28. September: Ganz im Westen
Zum Sonnenaufgang waren wir ganz im Westen der Insel, mit Blick auf den Waterstein Head.
Tagsüber ging es zum Coral Beach bei Claigan. Ein heller Strand aus Kalkalgen, der eher nach Karibik aussieht als nach Schottland. An dem Tag war es allerdings stark bewölkt, und alles sah ein wenig trist aus (Karibik also eher nur auf dem Papier).
Zum Sonnenuntergang dann zurück nach Neist Point mit seinem Leuchtturm. Als wir nachmittags ankamen, war es sehr windig, wir haben erstmal die typische Ansicht von oben fotografiert, dabei war der Wind so extrem, dass sich die Kamera auf dem Stativ immer bewegt hat. Wir sind dann irgendwann Richtung Leuchtturm gelaufen über den Neist Point Trail, damit wir pünktlich zum Sonnenuntergang am richtigen Spot waren. Dort angekommen, haben wir uns einen Spot unterhalb ausgesucht, damit wir eine Felsformation im Vordergrund haben und den Leuchtturm im Hintergrund, dazwischen lag die raue See. Es waren bestimmt Wellen von 3-4 Metern Höhe. Wir suchten uns dann einen Platz an den Klippen, nicht ganz ungefährlich da es viele kleine Schluchten in den Felsen gab. Ich glaub, wir saßen dann zu dritt auf einem kleinen Vorsprung, der nicht mal 2 qm groß war. Der Sonnenuntergang hat uns dann nicht enttäuscht, einzig ein paar mehr Wolken wären schön gewesen. Nach Sonnenuntergang ging es dann auf den Heimweg.
Dienstag, 29. September: Sligachan und Talisker Bay
Zum Sonnenaufgang standen wir an den Sligachan Waterfalls, danach ging es am River Sligachan entlang, mit den Cuillin im Hintergrund.
Weiter ging es zu den Glen Brittle Waterfalls, war ein kurzer Stopp, auch ungünstige Zeit mittags, die Sonne stand sehr weit oben.
Am Nachmittag ging es an die Talisker Bay, und dort blieben wir bis zum Sonnenuntergang. 3 Stunden konnten wir uns sonnen (in Schottland, Ende September, ohne Sonnencreme, siehe oben). Beweisfoto: Füße hoch im Gras, um 16:07 Uhr.
Wir sind bei Ebbe angekommen, kurz nachdem die Flut wieder einsetzte. Es lagen viele runde Steine am Strand, und mit jeder Welle, die die Flut reindrückte, klackerten die Steine immer aneinander. Es war auch ein Pärchen am Strand mit Picknickdecke, die am Strand lagen und die Flut nicht wirklich mitbekamen. Irgendwann kam dann eine größere Welle :) Danach ging es dann in die goldene Stunde und wir fingen an Fotos zu machen bis in die blaue Stunde, das Wetter hielt, schöne Wolken und Färbung des Himmels und wir hatten alle Fotos im Kasten.
Mittwoch, 30. September: An Aird, Wasserfall, Midges und Elgol
Früh am Morgen, zum Sonnenaufgang, ging es nach An Aird bei Braes. Eine kleine Halbinsel an der Ostküste, südlich von Portree. Die Sonne war pünktlich, wie fast die ganze Woche.
Danach gab es einen kurzen Halt am Wasserfall bei Eas a' Bhradain. Der liegt direkt an der Straße am Loch Ainort, also eher ein Fotostopp als eine Wanderung.
Weiter ging es zum Loch nan Eilean. Dort gab es vor allem eins: Midges. Sehr viele Midges (die schottischen Mücken sind klein, aber sie kommen nie allein).
Am Nachmittag ging es dann Richtung Elgol. Um 14:49 Uhr waren wir bei Broadford unterwegs, mit Radio 1 und 19 °C auf dem Display (Ende September in Schottland, das glaubt uns keiner).
In Elgol sind wir bis zum Sonnenuntergang geblieben. Unser Spot war die Felsküste ein paar hundert Meter südlich vom Bootsanleger, mit Blick über Loch Scavaig auf die Cuillin.
Danach ging es wie jeden Abend ins Cottage, Bilder sichern, Essen, Duschen, noch die Planung für den nächsten Tag und dann 5 Stunden schlafen, wenn es so viel gewesen wäre :)
Donnerstag, 1. Oktober: Nebel, Schwertkampf und der Quiraing
Am Morgen am Quiraing war erstmal nur eins: Nebel. Sehr viel Nebel. Da gab es dann auch einen kleinen Schwertkampf, hier im Video (irgendwie muss man die Zeit ja rumkriegen).
Schwertkampf im Nebel am Quiraing
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Auf YouTube ansehenDann öffnete sich der Himmel, pünktlich zum Sonnenaufgang. Warmes Licht und schöne Aufnahmen.
Der Quiraing Walk selbst: 8 km und 350 Höhenmeter, hoch auf bis zu 550 m. Die Wanderung war für ein Stadtkind nicht wirklich einfach, wir haben den Rundweg gewählt, war auch sehr schön, aber letztendlich hätten wir auch vom Parkplatz gleich links am Berg hochgehen können.
Danach ging es noch ins Fairy Glen. Um 18:54 Uhr waren wir zurück am Cottage (Foto oben).
Freitag, 2. Oktober: Fairy Pools und Old Man of Storr
Der letzte ganze Tag auf der Insel. An den Fairy Pools war es morgens neblig, bis auf ein paar Momente, wo sich die Sonne mal durchkämpfte. Um 13:06 Uhr ging es dann zurück Richtung Auto, die Wolken hingen tief in den Cuillin, der Weg schlängelte sich durchs Tal.
Danach ging es noch zum Wasserfall am Old Man of Storr, wir überlegten, ob wir noch zum Old Man of Storr und zur angrenzenden Needle (auch Cathedral Rock genannt) den Berg hinaufwandern, aber es war schon eine harte Woche und wir gaben uns mit dem Bild vom Wasserfall und im Hintergrund der Old Man of Storr zufrieden.
Samstag, 3. Oktober: Zurück nach Hause
Der Rückflug ging um 16:05 Uhr in Aberdeen. Wir sind ca. gegen 7 Uhr losgefahren, da die Strecke wieder mehr als 5 Stunden dauerte und wir auch noch den Mietwagen zurückgeben mussten. Also wieder quer durchs Land, nur in die andere Richtung.
Um 13:47 Uhr saßen wir schon am Flughafen in Aberdeen. Füße hoch, auf den Koffer, direkt vor dem „Special Assistance Point“ (wir brauchten keine Hilfe, nur einen Stuhl).
Um 15:54 Uhr saßen wir im Flieger, noch am Gate.
Im Anflug gab es dann noch einen Sonnenuntergang aus dem Fenster, als Abschiedsgeschenk.
In Frankfurt hatten wir diesmal 3:15 Stunden zum Umsteigen. Zeit genug, um einen A380 von Lufthansa am Gate zu fotografieren.
Um 22:15 Uhr ging der letzte Flug, um 23:10 Uhr waren wir in Leipzig. Gute Nacht.
Unterwegs auf Skye: was hängen geblieben ist
- Die schmalen Single Track Roads hatten genug Passing Places, und die Einheimischen haben alle gegrüßt.
- In den 6 Tagen sind wir rund 80 km gewandert. Dabei gab es den einen oder anderen Krampf (wir sind halt Fotografen, keine Marathonläufer).
- Landschaftlich eine wunderschöne Gegend. Die Küsten, die Berge und die Flüsse haben bei mir richtig Eindruck gemacht.
- Und eine Lehre für alle, die abseits der Wege fotografieren: Pass immer auf, wo du hintrittst, es könnte sein, du bleibst stecken :)
Die Reise in Zahlen
- 6
- Tage auf der Insel
- 4
- Spots auf den Bildern
- 230
- Meilen bis zum Cottage
- ~80
- Kilometer gewandert
- 20
- Grad, maximal
- 1
- Schwertkampf
Fazit
Neist Point war der schönste und gefährlichste Spot zugleich, aber einmalig.
Wir haben wunderschöne Sonnenauf- und Sonnenuntergänge erlebt, haben sehr viel gelacht, und es war einfach nur wunderschön. Also ging es leicht gebräunt ab nach Hause (das mit der Sonnencreme klappt beim nächsten Mal).
